Der Marsch des Schweigens
Jeden 20. Mai gehen Tausende schweigend durch Montevideo, um der Verschwundenen der Diktatur (1973-1985) zu gedenken. Der Marsch endet am Denkmal für die Inhaftiert-Verschwundenen in der Ciudad Vieja, wo Namen laut verlesen werden. Es gibt keine Musik. Es gibt keine Reden. Es gibt nur das Geräusch von Schritten und die Namen. In einem Land mit 3,5 Millionen Einwohnern sind die Verschwundenen keine Statistiken. Sie sind Nachbarn, Klassenkameraden und Familie. Die Stille ist lauter als jede Trommel.