Regional/Cultural Day
Korallenstein-Moschee-Tag
Die Korallenstein-Moscheen der Malediven - insbesondere die Hukuru Miskiiy (Freitagsmoschee) in Malé, erbaut 1656 - repräsentieren eine einzigartige architektonische Tradition, die es sonst nirgendwo auf der Erde gibt. Diese Moscheen sind aus Korallenstein gebaut, kunstvoll mit arabischer Kalligrafie und geometrischen Mustern verziert und mit korallengebundenen Dächern versehen. Die Hukuru Miskiiy wurde 2022 in die Tentativliste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen, und die umgebenden Korallensteinmauern und der Friedhof enthalten einige der ältesten erhaltenen Grabsteine im Indischen Ozean. Der Korallenstein wird direkt aus dem Riff gewonnen - nicht geschnitten, sondern aus lebenden Korallenblöcken geformt - und die Bautechnik ist seit über 800 Jahren unverändert geblieben. Die Innenräume der Moscheen sind dunkel, kühl und duften nach Sandelholz-Weihrauch, und die Korallenwände tragen Koranverse, die in fließender Thuluth-Schrift gemeißelt sind, die arabische Kalligrafie mit lokaler maledivischer Kunstfertigkeit verbindet. Die Anlage umfasst auch ein Minarett (Munnaaru), erbaut 1675, einen Korallensteinbrunnen für die rituelle Waschung und einen Friedhof mit kunstvoll geschnitzten Grabsteinen, die die Gräber von Sultanen, Gelehrten und einfachen Bürgern gleichermaßen markieren. Weitere bedeutende Korallenstein-Moscheen sind die Freitagsmoschee von Fenfushi, die Kedje-Fannu-Moschee von Isdhoo und die Moschee von Dhanbidhoo - allesamt Zeugnisse einer Bautradition, die das Riff selbst in sakrale Architektur verwandelte.